Das erste Zusammentreffen

oder warum manche Entscheidungen eben nicht rational sind…

Die meisten meiner Tage verbringe ich (bisher erfolgreich) damit, möglichst kluge, sinnvolle und oftmals weitreichende Entscheidungen zu treffen – das ist mein Job als Inhaber einer Firma.

Aber dann gibt’s Tage, die sind irgendwie total daneben.

Der 15. November war so ein Tag. Wir (Julia und ich) waren auf der Suche nach einem weiteren Fohlen, dass wir zu Julias Fohlen dazustellen könnten. Meine Frau hatte sich deshalb ein paar Pferde angeschaut und ist bei einem Schwarzwälder Fuchs hängen geblieben. Und heute waren wir losgefahren, uns das Tier anzuschauen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit auf den süddeutschen Straßen und nach unzähligen Kurven im Schwarzwald haben wir den Hof gefunden, auf dem unser Kleiner bisher aufgewachsen ist. Das allererste Zusammentreffen war eher von Zurückhaltung geprägt – ok, wir „kannten“ uns ja erst ein paar Minuten.
Nach ein paar Runden auf der Koppel war die Lage deutlich entspannter. Wir wurden aufmerksam beschnüffelt, ein wenig Annäherung war möglich, ein richtiges Zutrauen war spürbar – und irgendwie hatte ich den Moment verpasst, an dem mein Hirn normalerweise ein lautes STOPP! dazwischenbrüllt – erst die Fakten checken! Stattdessen hatte ich ein Pferd gekauft und sogar schon einen Abholtermin vereinbart…

Die Rückfahrt war – nun ja, sagen wir mal „gemischt fühlig“. Inzwischen hatte sich nämlich meine überrumpelte Hirnhälfte vom Schrecken erholt und meldete sich nun lautstark zu Wort. Und das blöde Ding hatte sich auch noch mit meinem Gewissen verbündet – das war echt gemein! Die Heimfahrt war entsprechend diskussionsreich. Julia und ich hatten irgendwie 1000 Ideen und versuchten, alles zu sortieren, was uns grad so durch den Kopf jagte – der Erfolg war eher mäßig.

Aber ganz leise, ganz hinten drin sagte mir die andere Hirnhälfte immer wieder: Alles richtig gemacht.

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