Die erste große Waldrunde im Schnee

Bewegung ist so gesund! Allerdings nur dann, wenn man sicher ist in den Bewegungsabläufen. Und genau da hakt es noch ein wenig bei Ferdinand.

Auf den Wiesen ist alles cool, im Wald hingegen sieht es etwas anders aus. Kennt er nicht, obwohl im Schwarzwald geboren und aufgewachsen. Aber halt nur auf der Weide und im Stall.

Also üben und trainieren wir immer wieder den Wald. So auch heute. Pferd behalftert und ab in die Tannen und den Schnee darunter. Rund um unseren Stall hat’s noch immer etwa eine 10cm hohe Weiße-Watte-Lage, die sich aber wegen dem einsetzenden Regen gerade nach und nach in matschigen Humus-Schlodder verwandelt. Und der hat’s in sich, doch dazu später.

Die ersten Meter durch’s Unterholz waren echt schön. Alles weiß, weich, nicht zu kalt und ein bemerkenswert trittsicheres Pferd an der Hand. Nur die riesen Tropfen, die von den Bäumen runterkamen – halb Regen, halb Schnee, jedenfalls saunasskalt – haben das die Stimmung immer wieder ein wenig eingetrübt – bei Mensch und Tier. Also schnell hoch den Berg und oben rauf auf die Straße. Wieder braves Pferd, die vorbeifahrenden Autos stören nicht.

Nach kurzem Asphalt-Trab (ja, er trabt inzwischen ein paar hundert Meter brav nebenher) ging’s wieder in den Wald hinein – diesmal ein Weg vom Typ „Offroad“. Schnee, Unterholz, Laub, matschiger Waldboden – und Wurzeln. Offenliegende Wurzeln 😡…

Ging alles recht schnell, aber binnen Sekundenbruchteilen kam mir der Waldboden fast schon blitzartig so extrem nah, wie ich es nicht wollte. Ausgerutscht auf einer Wurzel hat mein linker Fuß meinen rechten weggekickt, der Rest war dann Physik. Mein Pferd hat mich ein wenig gerettet, denn ich hing ja am Strick und bin somit nicht komplett hingefallen. Aber mein armes Pferd hat erst mal einen Ruck am Halfter erfahren. Hat sich dann natürlich auch erschrocken und ist losmarschiert – aber lobenswerter Weise nur ein paar Meter. Hat dann angehalten, sich umgedreht und mich ganz erstaunt angeschaut. Hab wahrscheinlich auch nicht klüger aus der Wäsche geschaut, war aber froh über meine (bis dahin saubere) neue Lederhose. Außer viel Erde am Büffelleder ist nix ernsthaftes passiert – super Teil! Ab da waren wir beide deutlich umsichtiger unterwegs…

Den Rest der Strecke gab’s dann keine großartigen Hindernisse mehr, auch wenn ich bis jetzt noch nicht genau herausgefunden habe, wie Julia sich in dem ganzen Baumzeugs orientiert hatte – Ein Weg war nimmer so wirklich erkennbar. Irgendwann, auf einer kleinen Lichtung, haben wir dann dieses Foto gemacht:

Die beiden Fohlen und ich inmitten des Walds rund um den Stall

Nach ein paar weiteren schneereichen Minuten im Unterholz sind wir dann wieder auf bekannten Wegen gelandet und in Richtung Stall weiter. Noch immer viel Schnee, aber inzwischen hat sich ein recht heftiger Regen dazugesellt. Wir haben trotzdem an der kleinen Bachbiegung angehalten und versucht, unsere Pferde an das Wasser zu gewöhnen (also in den Bach zu führen, nass war ja schon alles vom Schnee).

Ray sich dabei als kleine Prinzessin rausgestellt, der/die nicht gerne nasse Füße bekommen möchte. Nicht mal das Gras am anderen Ufer vermochte den Tinker ins Wasser zu treiben. Ferdinand nahm’s lockerer, hatte schließlich auch Durst. Also rein, und erst mal einen kräftigen Schluck aus dem Bächlein. Das obligatorische Grasrupfen war leider nicht mehr zu stoppen, also haben wir die Pferde losgeeist (vom Gras) und sind wir wieder zurück in den Stall marschiert.

Morgen gibt’s eine andere Runde im Wald. Mal schauen, wie sich unsere beiden Tiere anstellen werden.

Und unten noch ein kleines Video vom heutigen Waldtag.

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